Ein paar Worte zu... Katharine McGee - Beautiful Liars #1 (Verbotene Gefühle)

Jugendbuch - Young Adult | Hardcover, 512 Seiten | Ravensburger Buchverlag | Preis: 17,00€  | 23. August | ISBN: 9783473401536 | Hier bestellen: thalia eBook *amazon (Affiliate Link)


Worum geht es?

Manhattan, 2118: Im Penthouse des höchsten Gebäudes der Welt feiern die Reichen und Schönen eine rauschende Party. Für fünf von ihnen wird nach dieser Nacht nichts mehr so sein wie zuvor. Die wunderschöne Avery, die intrigante Leda, die verführerische Eris, die verzweifelte Rylin, der ehrgeizige Watt - einer von ihnen wird den Abend nicht überleben.

Wie hat es mir gefallen?

Mit etwas Verspätung (der Postnachsendeauftrag halt) trudelte im September bei mir eine ominöse Einladung aus dem Ravensburger Buchverlag ein. Beautiful Liars-Leseparty? Naja, warum auch nicht, der Klappentext las sich interessant, etwas locker leichtes kurzweiliges, von mir aus auch klischeehaftes, damit hätte ich mich überraschenderweise durchaus mal arrangieren können. Also nahm ich die Einladung von Ravensburger dankend an und hatte auch schon wenige Tage mein Leseexemplar im Briefkasten liegen - zeitlich gut getacktet, brütete ich doch gerade einen blöden Infekt aus.  Mit meiner vorgefertigten Meinung, ein 08/15-Jugendbuch vor mir zu haben, dass ein bisschen unterhält, begann ich also die ersten Kapitel zu lesen... und konnte einfach nicht mehr aufhören! 

Katharine McGee präsentiert dem Leser in Beautiful Liars eine Welt, die zeitlich gar nicht mal so weit von der unsrigen entfernt ist. Eine reine Dystopie ist es für mich dennoch nicht, auch wenn im ersten Band doch so einige Merkmale dieser erkennbar sind: das komplette Leben spielt sich eigentlich in einem hiesigen Wolkenkratzer ab, der sich über aberhunderte von Etagen gen Himmel erstreckt. Der Welt außerhalb des Wolkenkratzers wird im Auftakt der Reihe zunächst eine untergeordnete Rolle zugesprochen, der Tower ist Dreh- und Angelpunkt der Gesellschaft. Apropos Gesellschaft, diese wird streng auf die Etagen systematisiert, Perfektion durch Gen-Gepansche all inklusive. Unten Richtung Erdgeschoss lebt, was sozial gesehen nach unten gehört, während die High-Society exzessiv in den Penthouse-Etagen feiert. Dass hier irgendwann Welten aufeinanderprallen wirkt auf den ersten Blick vielleicht stark konstruiert und ist in der Tat vorhersehbar, hat dem Plot insgesamt aber keinen Abbruch getan!

Die Geschichte wird, Achtung, aus insgesamt fünf verschiedenen Perspektiven erzählt. Fünf junge Heranwachsende aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten innerhalb dieses Towers, deren Wege sich durch nur einen Faktor kreuzen. Welcher das ist, findet der Leser oder die Leserin schnell heraus, an Spannung wird hier aber dennoch nichts eingebüßt. Neben diversen Intrigen und Schlagabtauschen, konzentriert sich die Geschichte insbesondere auf den Aufstieg und Fall innerhalb dieses einen Wolkenkratzers mitten in New York Manhattan. Für mich war vor allem dieser Aspekt wahnsinnig spannend zu lesen, gleichwohl die zukünftigen Vorstellungen für mich jetzt gar nicht so abgefahren daher kamen. Nichts was ein Film wie Zurück in die Zukunft oder Das fünfte Element nicht schon einmal aufgegriffen hätte. Und trotzdem habe ich mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt, was zeigt, dass es nicht immer etwas Innovatives in Büchern geben muss.

Auch wenn die fünf Erzählstränge bei mir zu Beginn etwas für Verwirrung sorgten, legte sich dieser Umstand doch sehr schnell, zu spannend war jeder einzelnde Handlungsstrang und somit jeder Charakter in der Geschichte. Endete die Erzählsicht von der schön-(durch Gen-Manipulation, versteht sich)-reichen Avery in die des Netz-Hackers Watt (der sich eine modernere Version von Knight Riders K.I.T.T. eingepflanzt hat), war ich sowohl frustriert wegen der ständigen Cliffhanger, als auch gespannt, wie es denn hier nun weiter geht. Und so erging es mir für alle fünf Perspektiven. Logisch, dass sich ein Buch durch diese Erzählweise schnell zu einem Pageturner entwickelt. 

Pageturner wohl auch, weil sich die Geschichte nicht nur wie eine Dystopie mit Krimi-Elementen in Buchform liest, sondern auch wie ein Skript einer episodenstarken und spannenden TV-Serie. Das mag vermutlich auch daran liegen, dass die Autorin Katharine McGee für The Vampire Diaries und Pretty Little Liars an den Drehbüchern mitgewirkt hat. Ich habe die Serien selbst ja nie angeschaut, habe also inhaltlich kaum bis gar keinen Vergleich, könnte mir aber vorstellen, dass diese Art zu schreiben durchaus ihre Spuren hinterlassen hat. Der erste Band zu Beautiful Liars hat mich zumindest insofern überzeugen können, als dass ich den Erscheinungstermin des zweiten Bands Gefährliche Sehnsucht im Juni nächsten Jahres nicht abwarten konnte und mir die englische Ausgabe zugelegt habe, wo wir nun auch schon zum einzig großen Manko des Buches kommen:

via goodreads
Ich finde es unglaublich schade, und ich bin nicht die erste Bloggerin, die dies anmerkt, dass der Verlag sich für diese Art von Marketing und Darstellung des Buches entschieden hat. Denn bei mir hat die Aufmachung etwas ganz anderes suggeriert, als der Inhalt dann tatsächlich hergab. Ich bin fälschlicherweise von einer klischeebehafteten Jugendromanze ausgegangen. Bekommen habe ich jedoch eine komplex aufgebaute Handlung, die mich vielleicht nicht auf jeder Seite überrascht hat, inhaltlich jedoch so stark und überzeugend war, dass ich das Buch unglaublich gerne gelesen habe - und das kam jetzt in den letzten Monaten nicht sehr häufig vor. Das Cover ist für sich genommen kein schlechtes, es macht im Bücherregal ebenso viel her, wäre die Ravensburger-Einladung jedoch nicht bei mir eingetrudelt und hätte nicht ganz dezidiert auf die Veröffentlichung hingewiesen, hätte ich in der Buchhandlung einen großen Bogen um das Buch gemacht. Der Vollständigkeit halber blende ich euch hier links auch nochmal die bisherigen Orginalcover ein, welches ich für äußerst gelungen halte. 


via goodreads
An dieser Stelle möchte ich auch einwerfen, dass ich nicht ganz verstehe, weshalb der Titel so stark vom Original abweicht und dann auch noch mit so Phrasen wie eben dieses Verbotene Gefühle und für den zweiten Band Gefährliche Sehnsucht geschmückt wird. Durch Unterhaltungsliteratur wie Shades of Grey und Konsorten verbinde ich mit diesen Untertiteln eben genau das: billige Erotik, nur dann halt für jüngere Mädels. Natürlich geht es hier auch um Verkaufszahlen, aber ich frage mich, ob die Geschichte dies nötig gehabt hätte? Zumal Verbotene Gefühle und Gefährliche Sehnsucht der Geschichte einen Stempel aufdrücken, der nicht mal ansatzweise darüber Auskunft gibt, worum es im Buch eigentlich geht - verbotene Gefühle sind nur ein Teilaspekt dessen. Die beschriebenen Problematiken und Konflikte in der Geschichte wirkten authentisch und nachvollziehbar und haben nichts mit 08/15 und billiger Erotik im Rollenspiel-Stil gemein.

Nichtsdestotrotz hat mir Beautiful Liars von Katharine McGee außerordentlich gut gefallen, die Geschichte habe ich mit insgesamt vier von fünf Sternen bewertet. Inhalt und äußere Erscheinung müssen hier ganz klar voneinander getrennt werden, die volle Punktzahl möchte ich mir aber trotzdem noch aufsparen, immerhin warten ja noch noch der zweite Teil und das Finale darauf gelesen und bewertet zu werden. Aussehen hat also für die Bewertung keine wesentliche Rolle gespielt. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir für all jene, die auf glamourösen Krimi im dystopischen Jugendbuchstil abfahren (na, wenn das mal keine neue Genre-Beschreibung ist, haha!).

Und zu guter Letzt: Vielen lieben Dank an Ravensburger, für die Bereitstellung dieses Buches!

Lieblinks



 Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag :-)
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